Abriss: Verfahren und Technik

Reihenfolge Abriss Pilzhochstraße

 In wenigen Wochen soll das erste Brückenteil über der Mundenheimer Straße fallen. Danach können die Wegeverbindungen von und zum Berliner Platz wieder hergestellt werden. Stück für Stück wird die Pilzhochstraße dann aus dem Stadtbild verschwinden. Zum Stadtfest im Juni soll nach derzeitigem Planungsstand alles fertig sein. Bereits am 20. Januar 2020 hat die von der Stadt beauftragte Abrissfirma mit der Einrichtung der Baustelle begonnen.

Vom Berliner Platz Richtung Pylon

Der Abriss startet an der Durchfahrt zur Mundenheimer Straße. Sobald dieser Bereich frei ist, werden Straßenbahnen und Busse wieder den ÖPNV-Knoten Berliner Platz anfahren können. Von der Mundenheimer Straße aus wandert die Baustelle in Richtung der Berliner Straße.

Komplexes Vorhaben, besondere Technik

Bevor der Abriss erfolgt, wird die komplette Pilzhochstraße mit 80 bis 100 Baumstammkonstruktionen unterstützt, um einen unkontrollierten Einsturz auszuschließen. Für die Stützkonstruktionen werden zirka 2.500 Baumstämme und zudem "Betonzahnräder“, Stahlteile und Stahlkappen benötigt. Dies sind Spezialanfertigungen, deren Produktion wegen
der guten Baukonjunktur länger dauert, als erwartet.

Als erstes wird dann der Asphalt auf den Fahrbahnen abgefräst. Danach brechen Bagger die Hochstraße Stück für Stück ab. Insgesamt vier Bagger sind im Einsatz, einer davon ist ein 70-Tonnen-Bagger. Beim Abriss fallen etwa 25.000 bis 30.000 Tonnen Material an. Rund 1.200 Lastwagenladungen Abrissmaterialwerden abtransportiert.

Die Auftragserteilung an die Firma Moß aus Lingen an der Ems erfolgte auf Grundlage des Stadtratsbeschluss vom 9. Dezember 2019. Besonders wichtig war es für den federführenden Bereich Tiefbau, ein Unternehmen zu finden, das nachgewiesene Erfahrungen beim Rückbau von Brücken im dicht besiedelten innerstädtischen Bereich hat. Versorgungsleitungen unter der Erde müssen bei Planung und Abriss genauso berücksichtigt werden wie die unmittelbare Nachbarschaft von Wohn- und Bürogebäuden oder die Gleisanlagen der Deutschen Bahn. Für den Abriss selbst muss das Unternehmen aufgrund der statischen Probleme der Pilzhochstraße technologisch gestützte Verfahren wählen, die es erlauben, den Abbruch abschnittsweise so vorzunehmen, dass kein Personal auf und unter der Brücke arbeitet. Das bedeutet, dass teilweise mit Drohnen beziehungsweise ferngesteuerter Gerätschaft gearbeitet wird, anderseits müssen kurzfristig Unterstützungen eingebaut werden, um ein Zusammenfallen der Brücke zu verhindern.