Unterwegs mit Bus und Bahn

Straßenbahn auf der Kurt-Schumacher-Brücke

Wie kann der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) verbessert und ausgebaut werden sowie mit anderen Verkehrsträgern so verknüpft werden, dass möglichst individuelle Mobilitätsbedürfnisse befriedigt werden können? Wie können attraktive Angebote geschaffen werden, die die Menschen in der Stadt und in der Region dazu bewegen, jenseits des Autoverkehrs mobil zu sein? Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) hat die Stadtverwaltung ein umfassendes Konzept erarbeitet.

Langfristig möchte man mehr Menschen dazu bewegen, auf Busse und Bahnen umzusteigen. Auch sollen den ÖPNV ergänzende Angebote wie Carsharing, Fahrradvermietsysteme, Elektromobilität oder allgemeines Mobilitätsmanagement ausgebaut werden. Das ÖPNV Konzept, das Anfang 2016 vorgestellt und öffentlich erörtert wurde, wurde in der Fachverwaltung gemeinsam mit der rnv und in den städtischen Gremien weiter diskutiert und konkretisiert.

Wie werden die Möglichkeiten des ÖPNV eingeschätzt?

In einer gemeinsamen Untersuchung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) hat ein Planungsbüro ermittelt, dass durch eine entsprechende Erweiterung des Angebots bis zu 20 Prozent des Kfz-Verkehrs auf Bus und Bahn verlagert werden könnte. Ziel ist es, dass bis zum Jahr 2023 jeden Tag rund 1.200 Menschen vom Auto auf den ÖPNV umsteigen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsentlastung leisten.

Was ist regional bereits umgesetzt oder wird noch umgesetzt?

  • Einführung der nächsten Stufe der S-Bahn auf der Verbindung Mainz-Worms-Frankenthal-Ludwigshafen-Mannheim .
  • BASF-Verkehr ist mit der Elektrifizierung des BASF-Gleises in das S-Bahn-Netz eingebunden.
  • Umsetzung des Rhein-Haardt-Bahn-Konzepts 2010 mit zusätzlichen Fahrtangeboten und Fahrzeitverkürzungen.
  • Umsetzung des Rheinland-Pfalz-Taktes 2015.
  • Erhöhung der Kapazität der Sitzplätze imS-Bahn-Verkehr.

Was ist seit 2016 bereits umgesetzt?

Ergänzend zu den regionalen Verbesserungen haben die Stadt Ludwigshafen und die rnv erste Maßnahmen ergriffen:

  • Der Takt der Buslinie 84 zwischen Oppau und Frankenthal wurde werktags auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet.
  • Neue Stadtbahnen sind bestellt, damit zusätzlich benötigte Bahnen rechtzeitig zur Verfügung stehen.
  • Gleiserneuerungen werden aktuell und in den folgenden Jahren umgesetzt.
  • Busbeschleunigung in der Mundenheimer Straße und im Stadtteil West ist realisiert.
  • Seit 2016/2017 hat die rnv ihre Jobticket-Akquise in Ludwigshafen, Mannheim und der Region verstärkt.

Im Rahmen der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes erfolgte zudem eine umfangreiche Beteiligung der Ortsbeiräte, der Bürger*innen sowie Institutionen und Verbände hinsichtlich weiterer Vorschläge zur Verbesserung des ÖPNV-Angebotes.

Im Dezember 2018 beschloss der Stadtrat den Nahverkehrsplan einschließlich des ÖPNV-Konzeptes für die Baustellenzeit. Damit ist die Verwaltung bzw. die rnv beauftragt, die vorgeschlagenen und beschlossenen Maßnahmen umzusetzen.

Die Vorschläge auf einem Blick

Neue und beschlossene Zusatzangebote im Stadtgebiet Ludwigshafen

  • Linie 12 im Berufsverkehr: Expresszug mit 20-Minuten-Takt aus Rheingönheim/Mundenheim nach Friesenheim als umsteigefreie Direktverbindung zur BASF.
  • Zwei Linien führen im Berufsverkehr über den Rhein: Linien 9/14: Expresszug mit 20-Minuten-Takt aus Oggersheim nach Mannheim bietet zusätzlich 3 Fahrten pro Stunde.
  • Linie 15: Expresszug mit 20-Minuten-Takt Rheingönheim /Mundenheim nach Mannheim bietet zusätzlich 3 Fahrten pro Stunde.
  • Busverbindung Melm nach Oppau über Friesenheim im 30-Minuten-Takt von Montag bis Freitag.
  • Busverbindung zwischen den Stadtteilen Mundenheim, West und nördliche Innenstadt im 20-Minuten-Takt.
  • Umleitung der Linie 6 über die Konrad-Adenauer-Brücke und Verknüpfung mit der Linie 2 in Mannheim. Die Stadtbahnlinien 4, 7, 8 und 10 verkehren auf dem normalen Linienweg.

Anpassungen im Innenstadtbereich

Die Auswirkungen der Baustelle werden vor allem den Busverkehr im Innenstadtbereich beeinträchtigen. Damit Fahrgäste auch während der Bauzeit ein konstantes Angebot vorfinden, wird die rnv das innerstädtische Busliniennetz entsprechend anpassen. So muss voraussichtlich bereits mit Beginn der Bauarbeiten aufgrund des Abrisses des Würfelbunkers und der Auffahrtsrampe zur Hochstraße Nord in Richtung Westen die Linie 76 stadtauswärts umgeleitet werden. Weitere Anpassungen im Busverkehr folgen, sobald die einzelnen Bauphasen endgültig festgelegt sind. Um mehr Flexibilität zu erreichen, sind im Innenstadtbereich ergänzende infrastrukturelle Maßnahmen in Planung.

Im Einzelnen sind dies:

  • Einrichtung einer sog. Bus Cityroute als eigene Busspur vom Hauptbahnhof über die Wredestraße bis zur Rheinuferstraße, um eine störungsarme Fahrstrecke für die Busse zu erhalten.
  • Ausbau Bushaltestelle am Berliner Platz, um die Kapazitäten für Busse zu erhöhen.
  • Bau einer Gleisverbindung zwischen Konrad-Adenauer-Brücke und Bleichstraße, um die Kaiser-Wilhelm-Straße zu entlasten und eine Beschleunigung im Stadtbahnverkehr zu erreichen.