Von der Hochstraße Nord zur Stadtstraße

Die Stadtstraße

Die Stadtstraße

Planungsvorhaben benötigen viel Zeit. Bevor tatsächlich abgerissen und neu gebaut werden kann, müssen viele Aspekte und Vorgaben berücksichtigt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Schwache geschützt werden und jeder Planungsschritt auch im Rückblick nachvollziehbar ist. Außerdem hat die Stadt Ludwigshafen sehr großen Wert auf eine frühzeitige Bürgerbeteiligung gelegt und den Dialog gesucht.

Die politischen Gremien nahmen im Zuge der Beschlussfassung Hinweise aus der Bürgerschaft auf und erörterten diese. Sie flossen in die weiteren Planungen ein. Am Ende stand die klare Entscheidung, dass eine ebenerdige Stadtstraße die Hochstraße Nord ersetzen soll.

Vier realistische Planungsvarianten

Im Zuge des Planungsprozesses zur Hochstraße Nord wurden Hochstraßenlösungen und ebenerdige Verkehrsführungen betrachtet und bewertet. Mehr als 21 unterschiedliche Varianten wurden untersucht. Am Ende dieser Planungsphasen standen zu Beginn des Jahres 2014 vier realistische Planungsvarianten gleichberechtigt nebeneinander: eine neu gebaute Hochstraße in fast gleicher Lage wie heute, eine leicht versetzte Hochstraße, eine kurze ebenerdige Stadtstraße mit Brückenteilen sowie eine weitgehend ebenerdige Stadtstraße.

Jede Variante hat ihre Vorteile - je nachdem, aus welchem Blickwinkel (Verkehr, Umwelt, Kosten, Entwicklungspotenzial etc.) man sie betrachtet. Aus dieser Überlegung heraus wurde eine Variantendiskussion mit intensiver Bürgerbeteiligung gestartet. Als Ergebnis entstand ein klares Meinungsbild über alle Blickwinkel hinweg zugunsten der Stadtstraße, aber auch ein über alle Schritte hinweg transparenter und nachvollziehbarer Planungs- und Entscheidungsprozess.

Ebenerdige Stadtstraße

Die Planung sieht die Stadtstraße nunmehr als mehrspurige, rund 860 Meter lange, ebenerdige Verkehrsverbindung zwischen der Lorientallee im Westen und der Kurt-Schumacher-Brücke im Osten mit übersichtlichen, nachvollziehbaren Verkehrsführungen für alle Verkehrsteilnehmenden - Autofahrerinnen und Autofahrer, Radfahrerinnen und Radfahrer sowie Pendlerinnen und Pendler.

  • Sie ist von allen geprüften Varianten unter der Bedingung der verkehrlichen Leistungsfähigkeit am wirtschaftlichsten.
  • Ihre Gesamtbauzeit beträgt rund 7,75 Jahre, starke Verkehrsbeeinträchtigungen sind für rund 4,5 Jahre zu erwarten.
  • Sie verfügt über großes städtebauliches Potenzial; es entsteht Platz für Wohnraum und Büros, für Bäume und Grün.

Rathaus

Aufgrund der Entwicklungen am Rathaus im Sommer 2020 entstanden Überlegungen, die freiwerdenden Flächen in großem Umfang für die Bauabwicklung zu nutzen. So könnten die Verkehre weiter im Süden verlaufen und sich somit von den Abbrucharbeiten der Hochstraße und dem restlichen Baugeschehen entkoppeln. Die Stadtverwaltung verspricht sich davon Vorteile bei den Bauzeiten, weniger Verkehrsbeeinträchtigungen und geringere Kosten. Sie bittet den Stadtrat am 21. September darum, diese Überlegungen planerisch zu vertiefen sowie mögliche Risiken zu bewerten. Dieser Schritt setzt jedoch eine Grundsatzentscheidung hinsichtlich des Rathauses voraus.