Wie verlief der Prozess bisher?

Die Entscheidung, die marode Hochstraße Nord abzureißen und durch eine ebenerdige Stadtstraße zu ersetzen, ist das Ergebnis eines intensiven Planungsprozesses sowie intensiver politischer Debatten in den stadträtlichen Gremien, die von einer breiten Bürgerbeteiligung unterstützt wurden.

Nachdem feststand, dass die Hochstraße Nord so beschädigt ist, dass sie abgerissen und danach ersetzt werden muss, untersuchten Ingenieurinnen und Ingenieure, Stadt- und Verkehrsplanerinnen und -planer viele unterschiedliche Varianten. Dabei musste die Straßenplanung von Beginn an sicherstellen, dass auch künftig der Verkehr, der vor allem aus dem Landkreis und der Vorderpfalz nach und durch Ludwigshafen fährt, fließen kann. Dies gaben die Fördergeldgeber, der Bund und das Land Rheinland-Pfalz, der Stadt als entscheidende Rahmenbedingung für die Planung mit auf den Weg.

Die untersuchten Varianten reichten vom Neubau einer Hochstraße bis zum Bau einer ebenerdigen, mehrspurigen Stadtstraße als Ersatz. Herausforderung für alle Varianten ist: Das benachbarte Rathaus-Center ist teilweise unter die Hochstraße Nord gebaut worden und damit konstruktiv mit dieser verbunden. Damit war auch von Beginn an klar, dass ein Eingriff ins Center unvermeidlich sein wird.

Nachdem die Planung dann verfeinert und belastbar war, stellte die Stadtverwaltung 2014 vier mögliche und realistische Varianten zum Ersatz der kaputten Hochstraße Nord öffentlich zur Diskussion. Danach sprach sich eine große Mehrheit aus Bürgerschaft und Stadtrat dafür aus, mit der Stadtstraße weiter zu planen. Für sie sprach und spricht, dass sie gegenüber allen anderen Varianten

  • die kürzeste Bauzeit hat,
  • deutlich günstiger zu bauen ist als eine komplett neue Brücke,
  • im Unterhalt deutlich wirtschaftlicher ist,
  • das größte städtebauliche Potenzial (Wohnungen, Arbeiten) mit sich bringt,
  • Ludwigshafen die Möglichkeit bietet, die Innenstadt durch Grünstreifen und -flächen attraktiver zu gestalten und weiter an den Rhein zu bringen
  • und die Möglichkeit hat, durch viele Fuß- und Radwege die Quartiere von Mitte und Nord/Hemshof nutzerfreundlich miteinander zu verbinden.
  •  Ihre verkehrliche Leistungsfähigkeit wurde nachgewiesen; d.h., die kann die erwartete Anzahl von Autos und Lkw aufnehmen.
  • Alle Umweltparameter (Lärm, Schadstoffe etc.) bewegen sich innerhalb der vorgeschriebenen Grenzen.

In den Folgejahren schlossen sich mehrere notwendige und vorgeschriebene Planungsphasen an, die immer durch intensive Bürgerbeteiligung, die neben klassischen Dialogangeboten auch innovative digitalgestützte Formate nutzte, begleitet und unterstützt wurden. Diese wurde mit zwei nationalen Preisen ausgezeichnet. Das Planfeststellungsverfahren läuft und wird vom Landesbetrieb Mobilität für die Stadt durchgeführt.

Parallel dazu muss die Stadtverwaltung und die von ihr beauftragten Ingenieurgemeinschaften die Planungen zur Sanierung eines stark beschädigten Teilstücks der Hochstraße Süd weiter verfolgen, denn die verkehrliche Infrastruktur Ludwigshafens wird u.a. durch ein Hochstraßensystem geprägt, dessen erste Abschnitte in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaut wurden. Hier und bei der Hochstraße Nord gilt, was für viele andere Brücken in Deutschland gilt: Vor allem die Zunahme des Verkehrs und insbesondere des Schwerlastverkehrs hat den Brückenbauwerken erheblich zugesetzt und Schäden mit verursacht. In Ludwigshafen kommt hinzu, dass Teile der Bauwerke in ihrer Konstruktion einmalig in Deutschland sind, was Planung und Sanierung zusätzlich schwierig und aufwändig macht.