Wie wird die Konstruktion überwacht?

Bohrungen an der Hochstraße Süd dienen der Überwachung der Straße

Die im Jahre 2017 bei einer Nachrechnung festgestellten erheblichen statischen Defizite an der Konstruktion der Pilzhochstraße führten dazu, dass ein LKW-Überfahrverbot für den Brückenzug verhängt und umgesetzt werden musste. Aufgrund der Reduzierung des Schwerverkehrs und der daraus resultierenden geringeren Gewichts- und Schwingungsbeanspruchung des Bauwerks, konnte die Bundesstraße weiterhin für den PKW-Verkehr aufrechterhalten bleiben.

Um diesen PKW-Verkehr weiterhin auf der B 37 fahren zu lassen, sind Untersuchungen des aktuellen IST-Zustandes der Brückenkonstruktion erforderlich. Hierfür sind fundierte statische Kenntnisse notwendig, um festgestellte Schäden an der Pilzkonstruktion richtig interpretieren zu können.

Auf Grundlage des komplexen statischen Tragwerks der Pilzhochstraße wurden verschiedene Bereiche definiert, die eine besondere und kontinuierliche Überwachung benötigen. Diese sind unabhängig von den Kontrollen der LKW-Sperren und der Fahrbahn vor allem die Begutachtung der Risse im Bereich der Vouten (Hohlkästen). Diese Bereiche sind die anfälligen Stellen, da hier die massive Krafteinleitung in die Pilzstützen stattfindet. An diesen Stellen werden die Rissbilder mit den Verläufen, den Längen und Rissweiten dokumentiert. Die Risse der Voutenuntersicht ergeben sich hauptsächlich aus der Torsionsbeanspruchung (Verdrillung) des Überbaus und dem Querzug im überdrückten Bereich. Die Belastungen rühren überwiegend aus ungleichmäßig verteilten Verkehrslasten und Querkraft her.

Auf Grundlage der Untersuchungen werden die festgestellten Veränderungen auf ihre Auswirkung auf das statische Tragverhalten bewertet. Damit findet eine ständige Überprüfung der Verkehrssicherheit der Pilzhochstraße statt