Kann der Radweg auf der Rampe von der Konrad-Adenauer-Brücke zurückgebaut werden, damit der Autoverkehr wieder zweispurig von der Konrad-Adenauer-Brücke abfließen kann?

Der Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am 23. September 2019 ausführlich mit dieser Frage befasst. Er folgte mit großer Mehrheit der fachlichen Bewertung der Verkehrsplanung der Stadtverwaltung, die darlegte, dass die Zurücknahme des Fahrradweges zugunsten einer zweispurigen Autostraße weder verkehrlich noch wirtschaftlich noch nachhaltig sinnvoll ist.

Zur Begründung: Zur Umsetzung des Urzustandes müssen auf einer Länge von rund 170 Metern die aufgeklebten Bordsteine entfernt und die komplette hergestellte Pflasterfläche an der Rheinschanze/Lichtenberger Ufer ausgebaut und asphaltiert werden. Die Kosten hierfür werden auf ca. 230.000 Euro geschätzt. Darin enthalten sind auch Kosten für noch abzustimmende erforderliche Verkehrslenkungsmaßnahmen in Mannheim, da für die Baumaßnahme, voraussichtlich für vier Tage, eine Vollsperrung der Konrad-Adenauer-Brücke notwendig sein wird. Die gesamte Bauzeit  wird mit ca. 6 Arbeitstagen abgeschätzt.

Auswirkungen für den Kfz-Verkehr:

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass die Verkehrsbelastung der Hochstraße Süd mit über ca. 55.000 Kfz/Tag nicht vollständig und störungsfrei über das sonstige Straßennetz abgewickelt werden kann. Störungen insbesondere in den Hauptverkehrszeiten sind damit unausweichlich.

Die bisherigen Beobachtungen, auch der Polizei, haben gezeigt, dass die negativen Auswirkungen sich bisher weitgehend in Grenzen gehalten haben. Nach Kenntnis der Verwaltung hat dies viele Ursachen, wie eine geänderte Verkehrsmittelwahl (deutlich mehr Radfahrer auf der Konrad-Adenauer-Brücke), geänderte Fahrtrouten (Nutzung der großräumigen Ausweichstrecken bei Durchgangsverkehren) oder veränderte Arbeitszeiten.

Hinsichtlich der Änderung von Verkehrsführungen ist grundsätzlich darauf zu achten, dass im städtischen Bereich Rettungs- und Einsatzfahrten weiterhin möglichst störungsfrei sein sollten. Daher gilt im Grundsatz, dass Stauungen möglichst vor der Innenstadt und nicht in der Innenstadt entstehen sollen. Zu berücksichtigen ist hier auch das Thema Reisezeit. Reisezeit nennt man die Zeit, die man braucht, um vom Ausgangspunkt an sein Ziel zu kommen. Hier zeigt sich, dass Verkehrsdosierungen mit Stauungen an bestimmten Stellen und im Anschluss daran wieder freien Streckenabschnitten eine günstigere Reisezeit ergeben.

Genau diese Funktion übernimmt derzeit die Abfahrtrampe von der Konrad-Adenauer-Brücke. Denn wenn diese kritische Stelle durchfahren worden ist, ist ein weitgehend störungsfreier Verkehr im nachfolgenden städtischen Netz möglich. Durch den Rückbau des Geh- und Radweges zugunsten einer weiteren Kfz-Fahrspur können der Rückstaubereich für in Richtung Wredestraße derzeit schlecht abfließenden Kfz-Verkehre verlängert werden und in einer Zeiteinheit durchaus mehr Kfz diesen kritischen Bereich der Rampe durchfahren.

Jedoch laufen diese Verkehre dann an den folgenden Ampeln an der Kaiser-Wilhelm-Straße, Rheinallee oder Wredestraße auf und verursachen dort Rückstauungen. Denn obwohl diese Ampeln verkehrsabhängig gesteuert werden, wird durch einen höheren Zufluss pro Zeiteinheit deren Grenze der Leistungsfähigkeit überschritten. Auch sind Probleme bei der Verflechtung der Verkehre in Richtung Rheinallee mit den Verkehren aus dem Zollhoftunnel nicht auszuschließen.

Insofern ist zu erwarten, dass sich der Stau in das Stadtgebiet mit entsprechenden Umweltbelastungen insbesondere für Anwohnerinnen und Anwohner, Berufstätige, Radfahrende und zu Fuß Gehende verlagert, die auf der gut durchlüfteten Rheinbrücke weniger negative Auswirkungen haben.

Da der Stau letztlich nur um wenige hundert Meter verlagert wird, sind auch keine deutlich spürbaren entlastenden Wirkungen für das Stadtgebiet von Mannheim zu erwarten. Denn bereits bei funktionsfähiger Hochstraße Süd entstanden in den Hauptverkehrszeiten in Mannheim ähnliche Rückstauungen durch die notwendigen Verkehrsverflechtungen infolge der Fahrspurreduzierung

Mit der Herstellung des Urzustandes muss auch die ursprüngliche Radverkehrsführung wieder eingerichtet werden. Dies bedeutet, dass Radfahrer auf der Rampe in beiden Richtungen absteigen und das Rad schieben müssen. Da dies, wie in der Vergangenheit auch festgestellt wurde, bei Radfahrerinnen und Radfahrer nur eine geringe Akzeptanz findet und trotzdem die Rampe fahrend genutzt wird, werden die gleichen konfliktträchtigen Situationen entstehen wie vorher. Jedoch ist die Gefährdung dann deutlich höher, da im Vergleich zur Vergangenheit aktuell deutlich mehr Kfz-Verkehr auf der Abfahrtrampe vorhanden ist.

Darüber hinaus müsste der derzeitige Zweirichtungsradweg von der Kaiser-Wilhelm-Straße kommend wieder aufgegeben werden, da nach Rückbau des Radweges, die erforderliche Breite nicht mehr gegeben ist, um dies zuzulassen.

Das Land plant derzeit die Radschnellverbindung Schifferstadt – Ludwigshafen – Mannheim. In diesen aktuellen Planungen ist eine Verkehrsführung über den Zweirichtungsradweg an der Abfahrtsrampe vorgesehen. Ein Rückbau würde diese Radverkehrsführung nicht mehr zulassen.

Wer liefert die Gelben Tonnen?

Das Einsammeln und Verwerten von gebrauchten Verkaufsverpackungen aus privaten Haushalten ist im Gegensatz zu den anderen Haushaltsabfällen privatwirtschaftlich geregelt. Derzeit gibt es neun Duale Systeme (DS) in Deutschland, die für die Sammlung und Verwertung von Verpackungen Lizenzentgelte erheben.

Die Sammlung, der Transport und die Sortierung der Verpackungsabfälle werden indes nicht durch die DS selbst durchgeführt. Vielmehr beauftragen die DS für diese Aufgabe andere Entsorgungsunternehmen. Die Beauftragung erfolgt dabei alle drei Jahre im Rahmen einer Ausschreibung neu. Die DS sind dabei nicht an die Vorschriften des öffentlichen Vergaberechts gebunden, sondern legen privatwirtschaftliche, eigene Kriterien an.

Für die Jahre 2021 bis 2024 erhielt das Unternehmen Knettenbrech+Gurdulic aus Mannheim den Zuschlag. Das Unternehmen stellt die Tonnen auf und löst ab 1. Januar 2021 den Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) bei der Sammlung für LVP in Ludwigshafen ab.

Gelbe Säcke

Gelbe Säcke gibt es künftig nur noch in den Stadtteilen Mitte und Nord/Hemshof.

Gelber Draht

Für allgemeine Fragen zur Einführung der Gelben Tonne bietet der WBL ab 1. September von montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, einen "Gelben Draht“" an: Telefon 0621 504-4747 oder E-Mail: gelbetonne@ludwigshafen.de.

Abfallberatung (allgemein): 0621 504-3455
Vorsammelgefäße: Gelber Draht 0621 504-4747

Tipps zur Gelben Tonne

  1. Verpackungsmaterial unbedingt lose in die Tonne geben. So passt mehr davon hinein.
  2. Getränkeverpackungen aus Verbünden wie zum Beispiel TetraPak® zusammengefaltet einwerfen.
  3. Gelbe Tonne wie auch Bio- und Restmülltonne möglichst an schattigen Plätzen aufstellen.

Wie kann ich die Verpackungen in meiner Wohnung sammeln?

Für eine einmalige Gebühr von 5 Euro sind ab sofort auf allen Wertstoffhöfen die praktischen Vorsammelgefäße für Leichtverpackungsabfall (LVP) erhältlich. Mit Ihren 10 Litern Füllvolumen passen diese Minitonnen ideal in Spülschränke oder Abstellräume. So lässt sich LVP lose in der Wohnung vorsammeln, der dann in die neue Gelbe Tonne darf. Das macht das Vorsammelgefäß zu einem nützlichen Helfer bei der Abfalltrennung, denn LVP sollte lose in die Gelben Tonnen gegeben werden, damit mehr hineinpasst.

Wann startet die Abfuhr der Gelben Tonne?

Am 1. Januar 2021 fällt der Startschuss. Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Ausgabestellen für Gelbe Säcke entfallen werden. Ausnahme: Die Anwohnerinnen und Anwohner der Stadtteile Mitte und Nord/ Hemshof sammeln weiterhin Leichtverpackungsabfall im Gelben Sack.

Was ist bei der Handhabung der Gelben Tonne zu beachten?

Die Verpackungen müssen sauber und komplett restentleert, also "löffelrein“ sein. Ausspülen ist nicht notwendig. Unterschiedliche Verpackungsbestandteile, wie zum Beispiel der Deckel eines Joghurtbechers, sollten bitte vorher abgetrennt werden. Auch eventuelle Pappbanderolen sind getrennt mit dem Altpapier zu entsorgen.

Was gehört nicht in die Gelbe Tonne?

  • Verkaufsverpackungen aus Glas (sie gehören in Altglascontainer, nach Farben getrennt);
  • saubere Verkaufsverpackungen aus Papier oder Pappe (sie kommen in die Blaue Tonne);
  • Verschmutzte Papierprodukte wie benutzte Pizzakartons oder Papierhandtücher (sie sind Restmüll);
  • Gebrauchsgegenstände aller Art aus Kunststoff oder Metall, zum Beispiel Spielsachen, Strumpfhosen (sie gehören in die Restmülltonne,
  • sperrige Gegenstände können auf dem Wertstoff oder über Sperrabfall entsorgt werden);
  • Bauschutt, Glas, Holz, Kleidung;
  • Restabfall und Bioabfall generell.

Was gehört in die Gelbe Tonne?

  • restentleerte Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, zum Beispiel Plastikbecher oder -flaschen;
  • Verkaufsverpackungen aus Verbundstoffen, zum Beispiel Milch- und Saftkartons (Tetra Pak®);
  • Verkaufsverpackungen aus Metall, zum Beispiel Konservendosen aus Weißblech, Aluschalen oder Getränkedosen aus Aluminium;
  • Geschäumte Verpackungen, zum Beispiel Menüboxen oder Styropor®-Chips.

Was kostet die Gelbe Tonne?

Die Gelbe Tonne wird den Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie schon beim Gelben Sack wird die Sammlung und Verwertung von Verkaufsverpackungen über den Einkaufspreis der verpackten Produkte - so genannte Lizenzentgelte - finanziert. Zusätzliche Gebühren fallen dadurch nicht an.

Gibt es auch Gelbe Säcke anstatt der Tonne?

Die Stadteile Mitte und Nord/Hemshof behalten weiterhin die Gelben Säcke zur Sammlung vom Verpackungsabfall. Bei den Gelben Säcken wird zukünftig die Wandstärke erhöht und so die Reißfestigkeit verbessert. Ein Mischsystem, also Tonnen- und Sacksammlung parallel, ist derzeit nicht möglich.

Wann wird die Gelbe Tonne verteilt?

Die Verteilung der Gelben Tonnen hat am 2. November in Oggersheim begonnen, im Anschluss folgt Gartenstadt, und wird bis Ende Dezember 2020 abgeschlossen sein. Für jedes Grundstück wird eine passende Gelbe Tonne bereitgestellt. Eine Zuordnung der Gefäße zu den Grundstücken erfolgt über ein aufgebrachtes Adress-Etikett.

Welche Größen gibt es bei den Gelben Tonnen?

Die Gelben Tonnen gibt es mit zwei Rädern in den Größen 120, 240 und neu mit 360 Litern sowie mit vier Rädern in den Größen 770 und 1.100 Litern. Bei Einfamilienhäusern werden überwiegend die 120- oder 240-Liter-Tonnen, bei Mehrfamilienhäusern die größeren Gelben Tonnen verteilt.

Warum findet dieser Wechsel statt?

Die Gelbe Tonne bietet gegenüber dem Gelben Sack eine Vielzahl von Vorteilen. Die wichtigsten sind:

  • Die Gelbe Tonne hält Windstößen besser stand.
  • Ratten- oder Vögel beißen die Tonnen nicht auf.
  • Aufgeplatzte Säcke gehören der Vergangenheit an, Inhalte werden besser geschützt und liegen nicht offen auf der Straße herum, damit verbessert sich das Stadtbild.
  • Die jährliche Verteilung der Gelben Säcke entfällt bis auf die Stadtteile Mitte und in Straßen des Stadtteils Nord/Hemshof mit Vollservice. Auch dies schont Ressourcen.
  • Die Gelbe Tonne ist nachhaltig, weil sie im Gegensatz zum Gelben Sack wiederbenutzt wird.
  • Der Arbeitsschutz für die Müllwerkerinnen und Müllwerker verbessert sich.

Fragen zur Hochstraße Süd

Was passiert an der Weißen Hochstraße?

Die Bauwerke der Weißen Hochstraße wurden statisch nachgerechnet, um zu erfahren, was erforderlich ist, um sie fit für die Zukunft zu machen. Die Ergebnisse zeigen, dass nur begrenzte Bereiche der Brücke verstärkt werden müssen, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Die weiße Hochstraße wird saniert, während die neue Brücke als Ersatz für die Pilzhochstraße gebaut wird.

Wie sieht es mit der Bürgerbeteiligung aus?

Im Rahmen der Möglichkeiten wird es auch hier einen Bürgerdialog geben sowie eine Bürgerbeteiligung. Allerdings sind aufgrund der Stadtratsbeschlüsse sowie des Planungsverfahrens bestimmte bauliche Bedingungen wie dir Brücke selbst, ihre Höhe und Leistungsfähigkeit gesetzt.

Warum wird eine neue Brücke als Ersatz für die Pilzhochstraße gebaut? Warum baut man nicht ebenerdig?

Das Planungsbeschleunigungsgesetz des Bundes erlaubt es, innerhalb gewisser Regeln und Rahmenbedingungen einen Ersatzbau zu planen und zu bauen. Dafür kann auf ein zeitintensives Planfeststellungsverfahren verzichtet werden. Dieser Ersatzbau folgt im Wesentlichen den technischen Vorgaben der ursprünglichen Brücke wie gleiche Höhe, gleiche Leistungsfähigkeit oder gleich Führung.

Ziel der Stadt Ludwigshafen ist es, die Hochstraße Süd in ganzer Länge für den Verkehr nutzbar zu machen, damit diese wichtige Verkehrsader für die Region wieder funktioniert. Denn auf der anderen Seite wird die Hochstraße Nord auf jeden Fall abgerissen.

Hinzukommt, dass der inzwischen fast abgerissene Abschnitt Pilzhochstraße nur gut 500 Meter lang ist. Eine ebenerdige Straße müsste mit den beiden Brückenteilen und Höhe im Westen und Osten verbunden werden. Die Autos würden dann von der Brücke steil nach unten fahren müssen, um direkt wieder steil nach oben zum nächsten Brückenteil zu fahren.

Warum dauern Planungen bei der Stadtverwaltung so lange? In Genua wurde eine Brücke binnen zwei Jahren gebaut.

Dem Bau der Brücke in Genua ging ein sehr tragisches Ereignis voraus. In Ludwighafen wurde die Pilzhochstraße am 22. August 2019 aus Sicherheitsgründen gesperrt, am 20. November 2019 der Bereich darunter. Niemand ist zu Schaden gekommen.

Nach dem Stadtratsbeschluss im Dezember 2019 richtete die beauftragte Abrissfirma bereits im Januar 2020 die Baustelle ein. Der Abriss war kein leichtes Unterfangen, denn die Pilzhochstraße musste im dicht besiedelten innerstädtischen Bereich sicher und erschütterungsarm abgerissen werden. Zudem liegen unter der Trasse wichtige Versorgungsleitungen, gleich daneben der Bahndamm.

Mit einem speziellen Verfahren – den Stützkonstruktionen und dem schrittweisen, kontrollierten Abriss – sind alle Rückbauarbeiten ohne Verletzte, ohne größere Schäden erfolgt. Im Oktober 2020 wird kein Teil von der Pilzhochstraße mehr stehen. Dies zu erreichen, war ein Kraftakt für alle Beteiligten. Parallel dazu wurden ebenfalls Anfang 2020 die vorgeschriebenen Vergabeverfahren eingeleitet, um die Planungsleistungen zu vergeben. Stimmt der Stadtrat zu, wird in den nächsten die notwendige Planungstiefe erarbeitet, um die Arbeiten ausschreiben zu können. Für den Bau der neuen Brücke rechnen die Ingenieure dann eben mit zwei Jahren.

Fragen zur Hochstraße Nord

Wieso wird die Hochstraße Nord nicht einfach wieder durch eine Brücke ersetzt – wie die Pilzhochstraße?

Nachdem das Schadensausmaß an der Hochstraße Nord feststand, hat die Stadt Ludwigshafen umfangreiche Gutachten veranlasst und mehrere Varianten, die die Hochstraße Nord ersetzen könnten, geprüft. Am Ende standen vier Varianten gleichberechtigt nebeneinander.

Aus verschiedenen Blickwinkeln wie Bauzeiten, Kosten, Entwicklungschancen, Umwelt oder Verkehr überzeugte die Stadtstraße sowohl in der Bürgerbeteiligung als auch in den politischen Gremien. Dies mündete in einen Stadtratsbeschluss. Die komplette Variantendiskussion ist in den Auswertungsberichten zur Bürgerbeteiligung hinterlegt sowie in den öffentlich einsehbaren Stadtratsentscheidungen.

Kann die Hochstraße Nord überhaupt noch für so viele Jahre den Verkehr aufnehmen? Was ist, wenn sie kurzfristig doch gesperrt werden muss, bevor die Hochstraße Süd fertig ist?

Die Stadtverwaltung überprüft die Hochstraße Nord kontinuierlich im Sinne der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Sicherungsmaßnahmen und Instandsetzungsarbeiten sollen die Lebensdauer der Brücke verlängern. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Daher möchte die Stadtverwaltung die Möglichkeit nutzen, die Fläche des Rathaus-Areals einzubeziehen, um Bauabläufe und Baustellenlogistik zu vereinfachen. Ziel ist es, Bauzeiten und Zeiten großer Verkehrsbeeinträchtigungen insgesamt zu verringern.

Warum muss die Hochstraße Nord überhaupt abgerissen werden?

Die Hochstraße Nord weist große Schäden und bauliche Mängel auf mit Folgen für die Standsicherheit. Insbesondere der Lkw-Verkehr, der sowohl an Menge als auch an Last in der Vergangenheit immer mehr zunahm, setzt ihr zu. Eine Sanierung der Brückenabschnitte ist wirtschaftlich nicht möglich. Sie wird abgerissen und durch eine ebenerdige Stadtstraße ersetzt. Hierfür laufen alle Planungsverfahren, erste Arbeiten sind eingeleitet. In Verbindung mit einer intensiven Bürgerbeteiligung hatte der Stadtrat im März 2014 sowie im März 2015 die Entscheidungen getroffen, dass eine ebenerdige Stadtstraße an die Stelle der Hochstraße Nord treten soll.

Dauert jetzt alles noch länger, wenn die Planung überprüft wird?

Da die Planungen nur in Teilabschnitten auf Optimierungen bei den Bauabläufen überprüft wird, wird es voraussichtlich nicht zu spürbaren Verzögerungen kommen. Anpassungen von Verfahrens- und Planungsschritten sind aber immer möglich, da alle Vorhaben miteinander verbunden sind. Dies darf aber unterm Strich zu keinen Verzögerungen bei den großen Bauabschnitten führen. Ziel der Stadtverwaltung ist es vielmehr, Zeit zu sparen und schneller zu bauen.

Kann die neue Planung Auswirkungen auf das Planfeststellungsverfahren haben?

Unmittelbar nachdem erste Überlegungen zur optimierten Stadtstraße auf dem Tisch lagen, hat die Stadtspitze Kontakt zur Landesregierung aufgenommen, da mit dem Landesbetrieb Mobilität eine Landesbehörde Herrin des Planfeststellungsverfahrens ist. In Gesprächen müssen nun alle Chancen und Risiken der aktuellen Überlegungen erörtert und bewertet werden. Daher möchte die Stadt Ludwigshafen ihre Überlegungen vertieft planen und auch weitere Gutachten einholen, um die Auswirkungen besser beschreiben zu können.

Wichtig ist: An der Grundsatzentscheidung zugunsten der Stadtstraße ändert sich nichts; zudem darf es angesichts der aktuellen Überlegungen zu keinen Verzögerungen kommen. Daher legt die Stadt Wert auf ein abgestimmtes Verfahren

Warum kommt die Stadtverwaltung zu diesem Zeitpunkt auf die Idee, ihre Planungen zu überprüfen?

In derart komplexen Planungsverfahren ist es normal, dass man Pläne immer wieder überprüft und aufgrund von veränderten Rahmenbedingungen Verbesserungen oder auch Risiken bewertet. Aus den jüngsten Gesprächen mit den Fraktionsvorsitzenden zur Zukunft des Rathauses ergab sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit die erkennbare Tendenz zugunsten eines Abrisses des Rathauses und eines Neubaus auf dem Areal des Rathaus-Centers. Dadurch ergibt sich die Chance, das komplette Areal zunächst unabhängig von Zwängen zu nutzen.

Die planende Stadtverwaltung hat diese aktuelle Entwicklung zum Anlass genommen, um mögliche Auswirkungen dieser Entscheidung hinsichtlich der Stadtstraße zu überprüfen. Erste planerischen Studien haben nun mögliche Verbesserungen bei den Bauabläufen sowie der Baustellenlogistik aufgezeigt. Insofern nutzt die Verwaltung ein Zeitfenster innerhalb des Planungsprozesses, um Beeinträchtigungen, die durch die Abriss- und Bauarbeiten bestehen, zu verringern.

Wo liegen die Verbesserungen bei der "optimierten Stadtstraße"?

Aufgrund der Entwicklungen an Rathaus und Rathaus-Center ergibt sich für die Stadtverwaltung die Möglichkeit, die Bauabläufe durch die Nutzung der freiwerdenden Flächen zu verbessern, was zu geringeren Bauzeiten, kürzeren Verkehrsbeeinträchtigungen und Kostenersparnissen führen könnte.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 21. September 2020 dem Abriss des Rathauses und des Rathaus-Centers zugestimmt und den Weg frei gemacht für die Prüfung einer optimierten Streckenführung der Stadtstraße. Mit dieser Grundsatzentscheidung folgte der Rat mehrheitlich dem Vorschlag der Verwaltung. Gleichzeitig erteilte er der Verwaltung das Mandat, eine Überprüfung der bisherigen Trasse der Stadtstraße auf den Weg zu bringen.

Fragen zum Rathaus-Center

Was genau passiert jetzt mit dem Rathaus?

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 21. September 2020 dem Abriss des Rathauses und des Rathaus-Centers zugestimmt und den Weg frei gemacht für die Prüfung einer optimierten Streckenführung der Stadtstraße. Mit dieser Grundsatzentscheidung folgte der Rat einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung. Gleichzeitig erteilte er der Verwaltung das Mandat, eine Überprüfung der bisherigen Trasse der Stadtstraße auf den Weg zu bringen. Für den Neubau des Rathauses soll eine ergebnisoffene Standortprüfung erfolgen.

Warum kann man den Turm nicht doch sanieren und erhalten?

Die Sanierung des Turms ist wurde ebenfalls in der Variantenuntersuchung geprüft – einmal in Kombination mit einem Erweiterungsbau (Zentralisierung der Verwaltungsleistungen) und einmal ohne (Teilzentralisierung). Aspekte der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit gaben dann den Ausschlag für den Abriss, da bei einer Sanierung des Turms der Spielraum für die Flächennutzung eher begrenzt ist.

Was passiert mit dem Rathaus-Center?

Das Rathaus-Center stellt seinen Betrieb zum 31. Dezember 2021 ein. Mit dem Rathaus wird auch das Rathaus-Center komplett abgerissen. Danach ist die Fläche frei.