Warum wurde der Sanierungsplan für die Hochstraße Süd geändert, obwohl das so genannte Galeriebauwerk im Frühjahr 2018 als einzig mögliche Lösung bezeichnet wurde?

Für die Sanierung der Pilzhochstraße sollten folgende Vorgaben berücksichtigt werden:

  • Die Sanierung der Hochstraße Süd sollte zeitlich vor dem Abriss der Hochstraße Nord erfolgen (deren Bauzeiten sollten erhalten werden) und
  • die Hochstraße Süd sollte für LKW nach der Sanierung uneingeschränkt befahrbar sein.
  • Vollsperrungen sollten vermieden werden
  • Weitere Nutzung für 30 Jahre

Nach umfangreichen Untersuchungen und unter Einbeziehung externer Spezialisten sowie Experten des Landesbetriebs Mobilität (LBM) haben Ingenieur*innen und Fachverwaltung unter Beachtung dieser Vorgaben vorgeschlagen, die Pilzhochstraße durch ein Galeriebauwerk von unten so abzustützen, dass ihre Standsicherheit gewährleistet bleibt. Durch die Sicherung der Brücke mit diesen Bauwerken sollten sich die Lasten auf die neue Konstruktion verteilen. Planungs- und Bauzeit wurden jedoch als große Herausforderung angesehen. Dies wurde auch deutlich gemacht.

Im Verlauf der weiteren Planung im vergangenen Jahr ergaben sich weitere Aspekte:

  • das Galeriebauwerk ist technisch sehr schwierig umzusetzen. Die Konstruktion der Galerie müsste unter der Pilzhochstraße aufwändig hergestellt werden (mit Bohrpfählen, Fundamentplatten, Deckenkonstruktion, Wandscheiben, Betonverfüllung usw.) und hätte eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren.
  • aufgrund der Komplexität verlängert sich die erforderliche Planungszeit um ein weiteres Jahr
  • die städtebauliche Problematik des Galeriebauwerks bestätigt sich bei weiterer Planung. Die bisher offene Konstruktion der Pilzhochstraße im Bereich der Mundenheimer- bzw. Yorkstraße und der Berliner Straße würde nahezu vollständig geschlossen. Für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen würde ein Durchgang abseits der Straße geschaffen, der klar als Angstraum erkennbar ist.
  • häufige Vollsperrungen während der Bauarbeiten sind notwendig und führen zu Verkehrsbehinderungen
  • die Bauzeit ist deutlich länger als erwartet, mindestens vier Jahre statt der erwarteten zwei
  • der Baustart an der Hochstraße Nord würde sich verschieben, wodurch allein pro Jahr rund 15 Millionen Euro Zusatzkosten entstünden
  • genehmigungsrechtliche Fragen müssen geklärt werden
  • Die geschätzten Kosten für die Galerielösung liegen im Januar 2019 bei rund 120 Millionen Euro. Auf Grund der frühen Planungsphase können die Ingenieure noch keine Aussagen zur Zuschussfähigkeit sowie zur Höhe der Zuschüsse machen.

Die Stadt Ludwigshafen zieht aus den Ergebnissen der Vorplanung „Galeriebauwerk“ Konsequenzen, um eine zukunftsfähige Lösung sowohl für das Leben in der Stadt als auch für den Verkehr zu finden. Daher sind im Januar 2019 die bisherigen zentralen Planungsvorgaben zur Sanierung der Pilzhochstraße überprüft und neu formuliert worden. Die Sanierung der Hochstraße Süd soll nicht mehr zwingend vor Abriss der Hochstraße Nord erfolgen müssen. Ebenso wird die uneingeschränkte Befahrbarkeit für Lkw überprüft. Die Ingenieure und Ingenieurinnen sollen neu und möglichst frei denken dürfen – ähnlich wie im Planungsprozess zur Stadtstraße – und so möglichst ohne Zeitdruck zusätzliche Alternativen entwickeln können. Diese werden anschließend mit der Öffentlichkeit und der Politik diskutiert. Ziel ist es, im Dialog eine nachhaltige und nachvollziehbare Lösung zu entwickeln.