Wie wurde entschieden, dass eine Stadtstraße die Hochstraße Nord ersetzen soll?

Die Entscheidung ist das Ergebnis eines intensiven Planungs- und Entscheidungsprozesses, der einige Jahre in Anspruch nahm, in dem sehr viele unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten untersucht wurden und der transparent vollzogen wurde. Gestützt wurden der Planungs- und politische Entscheidungsprozess durch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung über mehrere intensive Phasen hinweg. Dabei handelte es sich um ein digital gestütztes und konsultatives Verfahren, für das die Stadt Ludwigshafen national ausgezeichnet wurde. Im Zuge des Planungsprozesses wurden sowohl Hochstraßenlösungen als auch ebenerdigen Verkehrsführungen betrachtet und bewertet. Am Ende dieser Planungsphasen standen zu Beginn 2014 vier verschiedene realistische Planungsvarianten gleichberechtigt nebeneinander und wurden zur Diskussion gestellt. Eine neu gebaute Hochstraße in fast gleicher Lage wie heute, eine leicht versetzte Hochstraße, eine kurze ebenerdige Stadtstraße mit Brückenteilen sowie eine weitgehend ebenerdige Stadtstraße. Jede Variante hat ihre Vorteile – je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Aus dieser Überlegung heraus wurde eine Variantendiskussion gestartet. Im Internet aber auch per Post und persönlich in Bürgerforen konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger sagen, welche Argument sie für wichtig halten – aus Sicht der Kosten, des Verkehrs, der städtischen Entwicklungschancen, der Umwelt oder als Nachbarin und Nachbar. Alle Phasen der Beteiligung wurden dokumentiert, ausgewertet und veröffentlicht. So entstand im Rahmen des konsultativen Verfahrens ein klares Meinungsbild zugunsten der Stadtstraße, aber auch ein über alle Schritte hinweg transparenter und nachvollziehbarer Planungs- und Entscheidungsprozess. In den politischen Gremien wurde intensiv über die Planung sowie über die Hinweise aus der Bürgerschaft diskutiert. Mit großer Mehrheit sprach sich der Stadtrat für die Fortführung der Planung auf Basis der Stadtstraße aus. Er verband dies mit vielen Aufträgen an die Ingenieurgemeinschaft und Stadtverwaltung. Zu diesen zählen die Erarbeitung eines ÖPNV-Konzeptes, eine Stadt– und Grünplanung, die Sicherstellung der Nahversorgung während den Bauarbeiten sowie die Fortsetzung der intensiven Bürgerbeteiligung.