OB Steinruck informiert über aktuellen Sachstand zur Hochstraße Süd

Während die Berechnungen zur statischen Tragfähigkeit der kritischen Stützkonstruktion laufen, arbeitet die Verwaltung an alternativen Lösungsszenarien. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Nachbarkommunen und den Landesbehörden.

Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck informierte den Hauptausschuss der Stadt Ludwigshafen am Montag, 2. September 2019, ausführlich in öffentlicher Sitzung über den aktuellen Sachstand. Vor dem Gremium erläuterte die Oberbürgermeisterin noch einmal die Gründe, die am 22. August zur Sperrung "Pilzhochstraße" als Teilstück der Hochstraße Süd geführt haben. Bauwerksprüfer hatten bei Kontrollen an diesem Tag festgestellt, dass sich einige Risse im Inneren eines Pilzes gegenüber dem Vormonat vergrößert hatten. Da die Ursache für diese Änderung nicht klar war, musste die Hochstraße Süd am 22. August aus Sicherheitsgründen vorsorglich voll gesperrt werden.

In einem nächsten Schritt müssen Brückenspezialisten die Frage klären, inwieweit das statische System der Pilzhochstraße weiter geschwächt ist und damit eine Aussage über die statische Tragfunktion der "Pilz"-Stütze treffen. Dafür wird das neue Rissbild wissenschaftlich begutachtet. Dieses Verfahren, das durch externe Fachleute vorgenommen wird, ist sehr aufwändig und dauert mindestens vier Wochen. Erst dann kann entschieden werden, wie es mit der "Pilzhochstraße“ weitergeht. Parallel dazu werden die anderen Pilzstützen intensiv begutachtet.

Notfallkonzept in Kraft gesetzt

Am Tag der Sperrung setzte die Stadtverwaltung ihr für einen solchen Fall vorbereitetes Notfallkonzept in Kraft, erläuterte die OB vor dem stadträtlichen Gremium. Neben den großräumigen Umfahrungsempfehlungen, die den äußeren Autobahnring einbinden, ergeben sich auch innerhalb Ludwigshafen Änderungen in der Verkehrsführung. Dazu gehört, dass

  • durch eine geänderte Wegweisung der Verkehr von der A650 in Fahrtrichtung Mannheim auf die Hochstraße Nord (B44) geleitet wird; in Fahrtrichtung Ludwigshafen-Innenstadt bleibt die Hochstraße Süd bis unmittelbar östlich der Pylonbrücke befahrbar
  • in östlicher Richtung, also Richtung Mannheim, die Abfahrt zur Wredestraße ebenso wie die Auffahrt von der Mundenheimer Straße offen sind; in westlicher Richtung, also Richtung Bad Dürkheim, die Abfahrt von der Konrad-Adenauer-Brücke zur Zollhofstraße sowie die Auffahrt nach Westen von der Kaiser-Wilhelm-Straße weiterhin möglich sind.

Änderungen bei der Verkehrsführung

Um den Verkehrsfluss weiter zu verbessern, prüft die Verwaltung aktuell, ob und wie die Rampe von der Konrad-Adenauer-Brücke zur Zollhofstraße, Wredestraße und Rheinallee kurzfristig leistungsfähiger gestaltet werden kann.

In einem nächsten Schritt passt sie die Ampelschaltung an der Kreuzung Lagerhausstraße und Kaiserwörthdamm an: Vor allem während der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit haben Autofahrerinnen und Autofahrer aus der Lagerhausstraße eine längere Grünzeit. Im Gegensatz dazu wird die Grünphase im Zuge des Kaiserwörthdamms dementsprechend reduziert. Dadurch können rund 350 Fahrzeuge pro Stunde mehr aus der Lagerhausstraße ausfahren.

Ein weiteres Augenmerk liegt auf der Verbesserung der Situation für Busse in der Deutschen Straße und Freyastraße. Parallel dazu wird die Situation in der Mundenheimer Straße beobachtet. Sollte es hier zu Staus kommen, ist die freie Durchfahrt für die Busse zu gewährleisten. Die Geschäfte in der Innenstadt könnten problemlos angefahren werden.

Auch wenn das befürchtete Verkehrschaos bisher weitestgehend ausblieb, sei klar, dass sich mit dem Ende der Schulferien in Baden-Württemberg die Situation ändern wird, machte die OB deutlich. Die Verwaltung prüft darüber hinaus alle Bauvorhaben auf Dringlichkeit, Aufwand und zeitlicher Flexibilität und intensiviert die Abstimmung mit den TWL, der RNV, aber auch mit dem LBM und Mannheim. Für den Fall, dass die Brücke gesperrt bleiben muss werde an Löszungsszenarien gearbeitet. Sobald diese Pläne belastbar seien, werden sie öffentlich vorgestellt werden.

Hochstraße Nord: Zügige Umsetzung der Planung

Mit Blick auf die Hochstraße Nord machte die Verwaltungschefin deutlich, dass der Bau der Stadtstraße konsequent und zügig vorangetrieben werden müsse. Die zügige Umsetzung der Planung mit dem Bau der Stadtstraße sei der einzige und richtige Weg, den Verkehrsfluss in der Stadt und Region zu gewährleisten. Es sei auch der einzig demokratisch legitimierte Weg. Weil die Hochstraße Nord aktuell mehr Verkehr aufnehmen muss, wird sie noch engmaschiger kontrolliert, um frühzeitig eingreifen zu können. Die Stadtverwaltung rechnet Ende 2019 oder Anfang 2020 mit dem Ende des Planfeststellungsverfahrens. Um zügig weiterarbeiten zu können, hat sie bereits Ausführungsplanung gestartet und mit vorbereitenden Arbeiten begonnen.

Alle Informationen gibt Oberbügermeisterin Jutta Steinruck auch ein einem Video auf dem Youtube-Kanal der Stadt Ludwigshafen.